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Migräne statt Hirntumor - Internetpraxen machen’s ...

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Allgemeinmedizin


Migräne statt Hirntumor - Internetpraxen machen’s möglich

Was in England gängige Praxis ist, gibt es seit November 2011 auch für deutsche Leiden und Gebrechen, nämlich Online-Sprechstunden und -Diagnosen. Dazu gab es bereits interessante Artikel im Spiegel ( http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-822 ... .html ) und in der Apothekerzeitung ( http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/ ... -fuer -
deutsche-patienten.html )

Die Internetseite „DrEd.com“ (betrieben von einem gewissen J. Mordhorst) bietet Diagnosen und Behandlungen von deutschen Patienten. Zu sehen braucht er sie nicht... wahrscheinlich reicht der Fotocheck bei Facebook..

Grundlage ist die EU-Richtlinie „Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung“: Freie Arztwahl europaweit, jeder Arzt ist den Regularien seines Landes unterstellt. Mordhorst hat seine Zulassung in England, dort versteht man offenbar besonders viel von Ferndiagnosen.

Übrigens, „DrEd.com“ arbeitet mit der Versandapotheke Apo-Rot Hamburg, jedes Rezept wird automatisch dorthin verschickt (auch DrThom aus England kooperiert nur mit einer Apothekenkette, wobei sowohl DrThom als auch die Apotheke zur Pharmakette Celesio gehören). Ein Schelm, der böses dabei denkt...

Doch die eigentliche Frage ist: Welche Sicherheit bieten Online-Diagnosen Sie werden mittels eines Fragebogens gestellt, ohne körperliche Untersuchung. Kopfschmerzen? Migräne! Das Risiko für Fehldiagnosen steigt zwangsweise, ob und wie die Patienten darüber aufgeklärt werden (oder sich im Zweifelsfall der gesunde Menschenverstand selbst irgendwann einschaltet?) - wer weiß es. Man mag außerdem unterstellen, dass sich gerade für Pillenjunkies ein idealer Nährboden bietet.

Demgegenüber auf der Habenseite?

Online-Sprechstunden sind bequemer und grade bei intimen Problemen für manchen angenehmer. Doch ist diese Bequemlichkeit bereits Grund genug, die sowieso schon durch unzählige Zivilisationskrankheiten gebeutelten Versehrten ins potenziell offene Messer laufen zu lassen? Bisher gibt es wenig Erfahrungsberichte deutscher Versuchskaninchen, aber mich würde der empörte Aufschrei gen Brüssel nicht wundern, wenn die Bild-Zeitung die ersten tragischen Folgen marktschreierisch darbietet. Dann wird es heißen: wer kann solchem Unsinn eigentlich den amtlichen Segen erteilen? Es war die EU, die uns im Namen der europäischen Idee dieses zweifelhafte Geschenk gemacht hat.

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Allgemeinmedizin, Allgemeine HNO

Es ist natürlich für deutsche Patienten sehr bequem und einfach, über eine Ferndiagnose aus England an (möglicherweise hier rezeptpflichtige?) Medikamente zu kommen. Meiner Meinung nach wirkt es nicht professionell über einen Online- Fragebogen, einen vom Patienten angegebenen Blutdruck und ein Foto eine Diagnose zu stellen. Auf der Internetseite wird zwar darauf hingewiesen, dass diese Internetsprechstunde einen persönlichen Arztbesuch nicht ersetzt. Aber welcher Patient sucht, nachdem er das gewünschte Rezept bekommen hat, noch einen Arzt vor Ort auf?

Es steht außer Frage, dass gerade in peinlichen Situationen die Anonymität in einer Online-Sprechstunde für den Patienten als angenehm empfunden wird - nicht zu vergessen die mitunter erklecklichen Wartezeiten in vielen Standortpraxen gerade zur Winterzeit. Wer hat nicht selber schon Geduldsfäden in großer Anzahl verloren, wenn er/sie um 5 Uhr bestellt wird und sich gegen 17:15 nur eine vage Andeutung des namentlichen Aufrufs ins Sprechzimmer abzeichnet? Dennoch: wie valide ist demgegenüber eine Untersuchung per Mail oder Skype, ohne jeden Sichtkontakt?

Ein weiterer Punkt: Jeder Patient besitzt eine Online Patientenakte. Die Daten werden verschlüsselt übertragen und gespeichert. Im heutigen Zeitalter muss aber jedem klar sein, dass auch diese Daten gehackt werden können, wenn ein Experte es darauf anlegt. Ist die Online-Sprechstunde also wirklich so vertraulich wie sie scheint?

Fragen über Fragen und ich hoffe, dass auch die potenziellen Patienten die Internetsprechstunde kritisch bewerten und einen persönlichen Besuch bei ihrem Arzt des Vertrauens vorziehen.

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Allgemeinmedizin

Der Meinung bin ich auch. Letztlich ist es wichtig, dass die Patienten sich darüber sehr klar sind, oder AUSDRÜCKLICH darauf hingewiesen werden müssen (nicht nur in den FAQ), dass diese Ferndiagnose nicht die Vorstellung bei einem "echten Arzt" ersetzen kann und nicht alle Differentialdiagnosen per Email abklärbar sind. Wer genügend Leidensdruck verspürt, der ist denke ich gezwungen, zum Arzt zu gehen. Patienten, die sich auf online- Behandlung allein verlassen, müssen sich der Risiken bewusst sein und aufgeklärt werden seitens des Anbieters dieses Services. Dennoch ist dieses online- Angebot für Leute, die sonst gar keine Hilfe in Anspruch nehmen eine Alternative. Generell finde ich das Vorgehen dieser Websites entgegen ärztlicher Praxis und besseren Wissens um die Wichtigkeit und Notwendigkeit klinischer Untersuchungen/ Laborwerte od. durch Fachkräfte bestimmte Vitalparameter wie Blutdruckwerte etc. Ich denke, jeder Patient sollte seine eigene Gesundheit nicht in die Hände irgendwelcher unbekannter Menschen und den nicht immer bekannten Firmen dahinter legen. Soviel sollte einem das dann doch selbst Wert sein.

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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Al contributo sono state assegnate le seguenti parole chiave:
Ferndiagnose, Online-Diagnose, EU, Internet

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ultima modificazione: 8.5.2012 18:23